Was ist inverse Kinematik (IK)?
Der Begriff "inverse Kinematik" stammt ursprünglich aus der Robotertechnik und ist eigentlich ein mathematisches Modell zur Berechnung der Bewegung von Roboterarmen. Das Modell funktioniert vereinfacht gesagt so: Angeschaut wird die Lage (oder Pose, was auch die Drehung beinhaltet) des letzten Gliedes eines Roboter-Armes. Verändert sich die Pose dieses letzten Gliedes, werden die Positionen, Winkel und Drehungen der anderen Glieder rückwärts (deshalb der Begriff "invers") berechnet.
Das menschliche Gehirn funktioniert eigentlich ganz ähnlich: Möchte man beispielsweise mit der Hand etwas ergreifen, muss man sich nicht darauf konzentrieren, was der Unterarm, Oberarm und das Schultergelenk tun soll, denn der Akt des Ergreifens steuert sozusagen unbewusst alle Muskeln des Bewegungsapparates mit. Dieser an und für sich ziemlich komplexe Prozess wird im frühen Kindesalter in den Grundzügen erlernt und antrainiert.
Bones
Das mathematische Modell wird schon seit geraumer Zeit auch in der Animationstechnik angewendet, in Flash ist es in der Version CS4 dazugekommen. Damit das Programm eine Grundlage für die Berechnung der IK hat, muss man die Gliederketten mit Hilfe von sog. Bones definieren, alle Bones einer Animation zusammengenommen werden als Skelett bezeichnet. Wenn Sie mit Bones animieren, werden die Schlüsselbilder (also markante Stationen im Ablauf der Animation) als Posen bezeichnet.
Zeitleiste mit Bones-Animation und Posen
Wie bei den anderen Animationsarten in Flash muss auch das Skelett in einer eigenen, separaten Ebene liegen. Diese wird mit grüner Farbe gekennzeichnet (ein dunkleres Grün als bei Ebenen mit Formtweens).
Was kann mit Bones animiert werden?
In Flash können Sie Bones auf eine Form legen oder auch auf Instanzen von MovieClips anwenden. Diese beiden Grundtechniken können jedoch nicht miteinander vermischt werden. Die Grenzen der Möglichkeiten der ersteren Art von Bones-Animationen werden schnell einmal erreicht, sobald die Formen komplex sind, enstehen hässliche Effekte, die nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun haben (vergl. nächste Seiten).