Grundlagen für Webmenschen im Umgang mit Flash-Videos

Bevor man loslegt mit dem Produzieren von Flash-Videos sollte man einige wenige Grundbegriffe und -techniken kennen. Die folgende Auflistung ist keineswegs vollständig und richtet sie nicht an Video-Fachleute, sondern versteht sich vielmehr als eine Art "Notvorrat" für solche, die schon einfache Websites hergestellt haben, Flash ein wenig kennen und Videos publizieren möchten. Wenn man versteht, was sich hinter den Begriffen versteckt, erleichtert das die Arbeit zum Beispiel mit dem Adobe Enkoder sehr. Sie werden sehen, dass Sie mit dem Wissen dieser Seite erstaunlich weit bei der Umsetzung Ihrer Projekte kommen werden.

Das FLV-Format (F4V mit H.264)

Salopp gesagt, ist .flv (Flash Video) das Videoformat, welches der Flash Player abspielen kann. Genauer betrachtet ist .flv eigentlich ein Containerformat, welches andere Formate und Spuren aufbewahrt, aber das braucht man eigentlich beim ersten Kontakt mit dem Medium gar nicht zu wissen.

Videos komplett in Flash einbetten (für Flash-Nostalgiker)

Seit vielen Flash-Versionen gibt es die Möglichkeit, einen Video komplett in Flash einzubetten, der Film wird dann sozusagen ein fixer Bestandteil von Flash und erscheint auf der Zeitleiste. Videos so abzuspielen ist aber überholt, wenn Sie die Videos in einer separaten Datei belassen, ersparen Sie sich ganz viele Probleme:

  • Bei eingebetteten Videos gibt es Konflikte mit den Frameraten, wenn die Frameraten von Film und Flash nicht übereinstimmen.
  • Oft kommt es zu Problemen mit der Tonspur: Diese kann asynchron ablaufen, wenn der Player mit seiner Arbeit aus irgend einem Grund überfordert ist.
  • Streaming ist nicht möglich.
  • Eingebettete Videos sollten von nur ganz kurzer Dauer sein (Adobe setzt die Grenze bei 10 Sekunden)

Hinweis: Ich werde in meinem Kurs aus den genannten Gründen nicht auf diese Möglichkeit eingehen.

Codecs für schlanke Video-Dateien

Codec ist ein Zusammenzug von den beiden Wörtern "coder" und "decoder". Wenn man im Kontext von Webvideos von Codecs spricht, meint man damit eine Technologie eines Komprimierungs-Verfahrens mit dem Ziel, die Orginalvideo-Datei zu schrumpfen, damit Sie möglichst schnell und problemlos durch das Nadelöhr der Internetverbindung vom Server zum User hindurchflutscht und in akkzeptabler Qualität abgespielt werden kann. Auch hier brauchen Sie nicht im Detail zu wissen, wie das funktioniert, der technische Hintergrund ist - nebenbei bemerkt - sehr komplex. Was Sie als Flash-Entwickler hingegen aber unbedingt wissen sollten, ist, dass

  • die Komprimierung nicht verlustfrei erfolgt,
  • die Komprimierung nur erfolgreich mit gutem Ausgangsmaterial verläuft (vergl. 1. Seite),
  • und vor allem nicht jeder Codec mit jeder Flash Player Version kompatibel ist:
Codec

SWF-Version (veröffentlichte Version)

Flash Player-Version (für Wiedergabe erforderl.)
Sorenson Spark 6 6, 7, 8
  7 7, 8, 9, 10
On2 VP6 6, 7, 8 8, 9, 10
H.264 9.2 oder spätere Version 9.2 oder spätere Version

Quelle: http://help.adobe.com/

Buffer - Vermeiden von Versorgungsengpässen

Als eine Art Versicherung, damit das Abspielen nicht stockt, kann ein Puffer (engl. buffer) eingebaut werden. Ein Buffer ist eine Reserve- oder Vorlaufzeit: Wie lange soll nach dem ersten Kontakt des Players mit der Datei bis zum Beginn des Abspielvorgangs gewartet werden, bis genügend potentieller Daten-Nachschub vorhanden ist.

Adobe rät Ihnen, die folgende Faustregel für die Berechnung der buffertime zu verwenden:

Pufferzeit = Ladezeit - Wiedergabedauer + 10% der Wiedergabedauer

Da die Ladezeit beim Streaming "des armen Armes" (vergl. letzte Seite) aber schwierig vorauszusehen ist, wird es natürlich nicht möglich sein, damit wirklich exakt zu arbeiten. Verstehen Sie deshalb diese Faustregel nicht als genaue mathematische Formel!

Skins - Maskenball für den Player

Wenn Sie anfangen, mit Flash-Videos zu arbeiten, werden Sie höchstwahrscheinlich die eingebaute FLV-Komponente verwenden. Diese stellt die notwendige Grund-Funktionalität zum Abspielen in einfacher und verständlicher Weise zur Verfügung. Beim Einsatz der Komponente haben Sie die Möglichkeit, aus verschiedenen Skins zu wählen, welche das Aussehen des Players, dessen Bestandteile (Knöpfe) und Position bestimmen. Für geübte User besteht ferner die Möglichkeit, die Skins grafisch zu verändern und so zum Beispiel den Player in das Farbschema des Webauftritts einzupassen. Dieses Konzept ist genial, vor allem dann, wenn man das Aussehen der Skins beispielsweise mit dem steifen Look des QuickTime-Players vergleicht.

Adobe Video Enkoder (CS3) - Adobe Media Enkoder (CS4)

Es gibt viele Möglichkeiten, noch "rohes" Videomaterial in ein FLV zu konvertieren. Sie als Webmensch werden damit konfrontiert werden, dass dieses die unterschiedlichsten Formate aufweist. Zum Glück gibt es als Zusatzsoftware zu Flash Professional den Adobe Enkoder, der Ihnen beim Konvertieren zum FLV viele Steine aus dem Weg räumt. Das Tool ist auf die wesentliche Funktionalität beschränkt, weil das Ziel ja immer ist, ein Webvideo zu erhalten. Auf den nächsten Seiten werden Sie noch mehr Erläuterungen finden und dazu eine Übung machen.

Apple QuickTime Player und das FLV-Format

Wenn Sie Mac User sind, so sind Sie es sich sehrwahrscheinlich gewohnt, lokal Videos mit dem QuickTime Player abzuspielen. Leider kennt dieser aber das .flv-Format "von Haus aus" nicht und braucht etwas Nacherziehung: Um dem Player das Abspielen von Flash-Videos beizubringen, ist ein Plugin notwendig. Ich setze dafür Perian - das "Schweizer Taschenmesser für QuickTime" - ein und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, übrigens auch für andere Einsätze. Perian ist kostenlos, Sie finden den Link unten:

Perian

www.perian.org

Weitere lokale Player für den Mac

Es gibt aber auch noch mehr Möglichkeiten, sich auf dem Mac Flash-Videos lokal anzuschauen:

An erster Stelle sei hier der kostenlose Alleskönner "VLC media player" erwähnt (unterstützungswürdiges Open Source-Projekt, FLV läuft nur in neueren Versionen, den Player gibt es auch für Windows, er kann sogar leicht beschädigte Dateien abspielen)

VLC Logp
www.videolan.org


Dann gibt es auch noch eine Reihe von anderen Playern, zum Beispiel den "SWF & FLV Player" von Eltima Software:

SWF and FLV-Player Logo

http://mac.eltima.com/de/freeflashplayer.html


Wenn es Sie nicht stört, mit Werbung bombardiert zu werden, können Sie auch den Adobe Media Player (AIR-Anwendung) verwenden, ich persönlich kann mit damit jedoch nicht viel anfangen. Dafür ist er wenigstens schön gemacht...
Adobe Media Player Logo

www.adobe.com/products/mediaplayer